Europa könnte bereits ab April gezwungen sein, den Verkauf von Benzin, Diesel und anderen Kraftstoffen zu rationieren, falls die Straße von Hormus nicht für den Tankerverkehr geöffnet bleibt.
Eine solche Prognose äußerte der Vorstandsvorsitzende des größten europäischen Ölkonzerns Shell, Wael Sawan, bei einer Konferenz in Texas.
„Südasien hat diesen Schlag als erstes gespürt. Danach traf es Südostasien und Nordostasien, und im April wird es auch Europa erreichen“, erklärte der Shell-Topmanager. Er betonte, dass sich die Preise für Flugtreibstoff bereits verdoppelt haben, danach würden die Dieselpreise steigen und anschließend auch die Benzinpreise, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Sommersaison mit verstärktem Autoverkehr in den USA und Europa.
Die Einschätzung Sawans wurde auch von der deutschen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche unterstützt. Auf derselben Konferenz erklärte sie, dass sich ein Mangel an Energieressourcen Ende April oder im Mai bemerkbar machen könnte, falls der Konflikt im Nahen Osten nicht beendet wird. Nach ihren Worten habe Deutschland einen großen Fehler gemacht, als es auf die Kernenergie verzichtete, und ein Teil der Lösung könnte in einer Erhöhung der Gasimporte liegen.